Zu Beginn des Gaswirtschaftsjahrs 2018/19, am 01.10.2018, haben vor allem die Bilanzierungsumlagen eine sprunghafte Erhöhung erfahren, welche von vielen Gasversorgern nicht bzw. nicht rechtzeitig berücksichtigt werden konnte. Getragen von dem Wunsch nach einer praktischen Veränderung, sind die ARGE Gas Westfalen und die gasgroup − Arbeitsgemeinschaft Gas deshalb an die Marktgebietsverantwortlichen und die Bundesnetzagentur herangetreten. Die Initiative soll eine spürbare Verbesserung für die Gasvertriebe vor Ort bewirken.

Die Arbeitsgemeinschaften haben konkrete Vorschläge zur Veränderung unterbreitet, die mit Bundesnetzagentur und den Martkgebietsverantwortlichen diskutiert werden sollen (siehe Hintergrüde). Sofern auch Ihr Unternehmen diese Ziele teilt, berücksichtigen wir Ihr Haus gerne auf der Unterstützerliste.

Liste der Unterstützer

Hinter der Forderung nach Veränderung des Systems der Bilanzierungsumlagen und des Konvertierungsentgelts versammeln sich Gasversorger aus allen Regionen − Mitgliedsunternehmen der Arbeitsgemeinschaften und andere.

Download: Sie können den aktuellen Stand der Liste der Unterstützer herunterladen.

Die Arbeitsgemeinschaften

Die ARGE Gas Westfalen ist ein informeller Verbund von derzeit 45 Stadtwerken und Regionalversorgern, vornehmlich aus der Region Westfalen und versteht sich als Informations-, Austausch- und Arbeitsplattform auf Geschäftsführer- und auf Arbeitsebene. Die Mitgliedsunternehmen versorgen Verbraucher mit Erdgas in den Marktgebieten NCG und Gaspool.

Auch die gasgroup − Arbeitsgemeinschaft Gas ist eine bundesweit aktive Arbeitsgemeinschaft aus derzeit 16 Unternehmen. Sie dient als Plattform zum Informationsaustausch über Möglichkeiten und Chancen, die die Liberalisierung des Gasmarkts für Stadtwerke bietet, aber auch im Wärmemarkt. Die Unternehmen sind in den Marktgebieten NCG und Gaspool tätig.

Hintergründe zum Umlagesystem Gas

Zu Beginn eines Gaswirtschaftsjahrs, mithin immer zum 01.10. eines Jahres, ändern die Marktgebietsverantwortlichen die Umlagen für das Bilanzierungssystem. Betrachtet man die Nebenkosten einer Gasbelieferung, stellen die Belastungen für die Bilanzierung – neben den Netzentelten – den wesentlichen Kostenbestandteil dar. Die Bilanzierungsumlagen für SLP- und RLM-Verbraucher decken den Aufwand, der nach Verrechnung der Kosten und Erlöse für Regel- und Ausgleichsenergie nicht verursachungsgerecht zugeordnet werden kann.

Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaften begrüßen, dass von anderen Marktteilnehmern bereits eine Diskussion zur Transparenz der Konten aufgenommen wurde und unterstützen deren Forderung nach Veränderung. Die laufende Diskussion sollte um konkrete Änderungsvorschläge erweitert werden, um Vertrieben vor Ort den Umgang mit Veränderungen Im Bilanzkreissystem zu erleichtern. Zusammengefasst betrifft dies:

  1. Einführung einer unterjährigen Liquiditäts- und Risikoprognose der Marktgebietsverantwortlichen zur Höhe der künftigen Bilanzierungs- und Konvertierungsumlagen,
  2. Verlängerung der Vorankündigungsfrist für die Bilanzierungs- und Konvertierungsumlage von sechs auf zehn Wochen sowie
  3. Umstellung der Periode für die Bilanzierungsumlagen auf das Kalenderjahr.

Gerne Stellen wir Ihnen das ganze Papier mit einer ausführlicheren Erläuterung zur Verfügung. Dazu und bei Fragen können Sie sich z.B. an info@gasgroup-arge.de wenden. Unterstützung durch weitere Gasversorger ist willkommen. Wenn auch Ihr Haus sich mit diesen Zielen identifizieren kann, tragen wir sie gerne auf die Liste der Unterstützer ein.

Die Bilanzierungsumlagen schwankten zuletzt erheblich. In der vorhergehenden Umlageperiode wird die Umlage bisweilen auf „Null“ gesetzt, ein Jahr später liegt sie auf einem Rekordhoch. Auch die Konvertierungsumlage, die auf (physische) Einspeisungen erhoben wird, ist kräftig angestiegen. Bis die Gasversorger vor Ort darauf reagieren können, fallen allerdings immense Kosten an; nach vorsichtiger Schätzung führte die jüngste Anpassung allein für SLP-Verbraucher – meist Haushaltskunden – zu einer marktweiten Belastung aller Gaslieferanten von über 100 Mio. € (wendet man die jüngste Erhöhung der Bilanzierungsumlagen zum 01.10.2018 auf die SLP-Ausspeisemengen des 4. Quartals des Vorjahres an).